Zirkuläre Chemie industrialisieren
PACE startet Europas erste nachgerüstete Bioraffinerie in vollem Maßstab zur Umwandlung von Kartoffelsaft in nachhaltige biobasierte Chemikalien
Ein neues europäisches Leuchtturmprojekt wird in Industriemaßstab demonstrieren, wie ein untergenutzter Nebenstrom aus der Kartoffelverarbeitungsindustrie zu einer wertvollen Quelle nachhaltiger Chemikalien werden kann.
PACE (Potato Juice to Fatty Acids for New Bio-based Value-Chains in Europe) demonstriert eine erstmalige Leuchtturm-Bioraffinerie durch Nachrüstung eines Teils der bestehenden Produktionsanlage von Royal Avebe. Mit fortschrittlicher Fermentation und mikrobieller Kettenverlängerung wandelt die Anlage Kartoffelsaft-Nebenströme in wertvolle biobasierte mittelkettige Fettsäuren (MCFAs) für Anwendungen in der Chemieindustrie um.
Das Projekt ist ein wichtiger Schritt zur Verringerung Europas Abhängigkeit von fossilen und palmölbasierten Chemikalien und zur Stärkung lokaler, zirkulärer Wertschöpfungsketten. Durch die Integration zirkulärer Lösungen in bestehende Industrieinfrastruktur zeigt PACE, wie industrielle Nebenströme in skalierbare und kommerziell relevante chemische Bausteine umgewandelt werden können.
Kick-off-Meeting
Das Kick-off-Meeting fand am 17. Juni 2026 in Amsterdam statt. Es markierte den offiziellen Start des vierjährigen Projekts und brachte Vertreterinnen und Vertreter aller Konsortialpartner zusammen, um Ziele, Umsetzungsaktivitäten und nächste Schritte abzustimmen. Es war ein produktiver und inspirierender Tag, der die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in den kommenden Jahren legte.
Das Meeting bot Gelegenheit, die Projekt-Roadmap zu besprechen, Kooperationsmechanismen zu etablieren und Aktivitäten über technische, industrielle, Nachhaltigkeits-, Markteinführungs- und Kommunikations-Work Packages zu koordinieren. Das starke Engagement und die Begeisterung im Konsortium unterstrichen den gemeinsamen Ehrgeiz, PACE zum Erfolg zu führen.
Vision und Ziele
Wie Projektkoordinator Niels van Stralen sagte: „PACE zeigt, wie zirkuläre Chemie in bestehende Industriesysteme in bedeutsamem Maßstab integriert werden kann. Durch die Modernisierung bereits vorhandener Infrastruktur und die Nutzung lokal verfügbarer Nebenströme beweisen wir, dass nachhaltige Chemie nicht bei null anfangen muss. PACE ist ein wichtiges Beispiel dafür, wie Europa widerstandsfähigere und zirkulärere chemische Wertschöpfungsketten aufbauen kann."
Nächste Schritte
Das PACE-Konsortium konzentriert sich nun auf die ersten Umsetzungsaktivitäten für den Aufbau der Bioraffinerie und die Optimierung des MCFA-Produktionsprozesses. Parallel dazu werden Partner die Validierung biobasierter MCFAs in zielgerichteten Industrieanwendungen vorantreiben und Nachhaltigkeits-, Zirkularitäts- und Markteinführungsbewertungen durchführen, um künftige Replikation in ganz Europa zu unterstützen.
Stakeholder-Engagement, Wissensaustausch und Kommunikationsaktivitäten begleiten diese Bemühungen und sichern die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette sowie die breitere Einführung zirkulärer biobasierter Lösungen.
Projektkonsortium
- CHAINCRAFT BV (Koordinator) — Niederlande
- COOPERATIE KONINKLIJKE AVEBE UA — Niederlande
- INNOV AD — Belgien
- ECOVER CO-ORDINATION CENTER — Belgien
- ACONDICIONAMIENTO TARRASENSE ASSOCIACION (LEITAT) — Spanien
- STICHTING PDC RESEARCH FOUNDATION — Niederlande
- Anorel NV — Belgien
- ena Development Consultants — Griechenland
- SPECIALTY OPERATIONS FRANCE (Syensqo France) — Frankreich
- SYMRISE AG — Deutschland
For further information, contact info@pace-project.eu


